Paris 2002 © Boettcher
Paris 2002 © Boettcher

Vom 24. November 2015 bis 26. Februar 2016 werden – einen Tag vor dem Beginn der ausverkauften Kölner Kraftwerk Konzerte – in der Galerie Kaune Contemporary die Arbeiten des Fotografen Peter Boettcher gezeigt, der das Düsseldorfer Multimedia Projekt seit mehr als zwei Jahrzehnten begleitet und damit zu ihrem fotografischen Chronisten geworden ist.

Peter Boettcher ist seit Mitte der 80er Jahre bekannt für seine Aufnahmen von internationalen Musikstars wie R.E.M., Morrissey oder Sonic Youth.

Anfang der 90er Jahre beauftragte ihn das Independent Magazin »spex« das legendäre Kling-Klang- Studio von Kraftwerk in der Nähe des Düsseldorfer Hauptbahnhofs zu fotografieren. Dies war der Beginn einer bis heute andauernden, intensiven Zusammenarbeit für den fotografischen Bilderkosmos von Kraftwerk.

Die Ausstellung zeigt eine Retrospektive von Originalarbeiten die im Zeitraum von 1991 bis heute entstanden sind. Die teils großformatigen Arbeiten dokumentieren mit ikonischer Klarheit das zentrale Kraftwerk-Thema: Die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine.

Ralf Hütter begründete 1970 zusammen mit seinem damaligen Partner Florian Schneider das Projekt Kraftwerk und beschrieb dies in einem Essay folgendermassen: »Es fühlt sich gut an, Teil der Mensch-Maschine zu sein. Es ist ein befreiendes Gefühl. Auch weil ich mich selbst als Individuum zurückstelle. Wir spielen die Maschinen, und die Maschinen spielen uns.«

Peter Boettchers Aufnahmen der Roboter atmen die zeitlose Präsenz des Kraftwerk-Universums. Die unprätentiöse Fokussierung seiner Bildsprache entspricht nahezu symbiotisch dem künstlerischen Selbstverständnis von Kraftwerk. Dabei sind Bilder entstanden, »die man selbst ohne zu zögern als Kunstwerke bezeichnen kann« (Matthias Ehlert Weltkunst Januar 2015)

Mit einer Reduktion der Formen und Farben, der grafischen Strenge der Aufnahmen und der häufigen Verwendung der Zentralperspektive bei Konzertaufnahmen, entstehen Bilder von thematisch angemessener Klarheit und Konzentration, bei deren Betrachtung man die Musik von Kraftwerk fast zu hören glaubt, Arbeiten, die gleichermaßen reales Zeitgeschehen und konstruierte Wirklichkeiten dokumentieren.

Seit ihren Performances anlässlich der Kraftwerk Retrospektive im New Yorker Museum of Modern Art, in der Kunstsammlung Düsseldorf und in der Tate Modern London, wird Kraftwerk in der Kunstwelt als visuelles und musikalisches Gesamtkunstwerk wahrgenommen.

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