Luuk de Haan, appliance 2, 2016
Luuk de Haan, appliance 2, 2016

In der klassischen Malerei vollzog sich der Bruch zum Bezugspunkt real existierender Objekte bereits ab dem Beginn des 20. Jahrhunderts. Das erste abstrakte Bild der Klassischen Moderne wird auf das Jahr 1906 datiert und soll der schwedischen Malerin Hilma af Klint zugeordnet werden.

Das Jahr 1910 gilt mit Werken von Wassily Kandinsky, František Kupka, Piet Mondrian und Robert Delaunay als Geburtsjahr der Abstrakten Malerei, die mit dem 1915 in der Galerie Dobytschina, im heutigen Sankt Petersburg, erstmalig ausgestellten „Schwarzen Quadrat“ von Kasimir Malewitsch einen ersten Höhepunkt fand und unzählige kontroverse Reaktionen und Diskussionen auslöste, die heute eine bedeutende Strecke der Kunstgeschichte belegen.

Die Fotografie, erst kürzlich, am 19. August diesen Jahres, 177 Jahre alt geworden und damit die jüngste Ausdrucksform künstlerischen Schaffens, befreit sich erst seit wenigen Jahren vom ganz selbstverständlich eingeforderten Motiv.

Die Galerie Kaune Contemporary freut sich mit „Light Painted Abstractions“ drei internationale Positionen zu zeigen, die sich als Pioniere der Wiedergabe des autarken, nicht gegenstandsbezogenen Bildes in der Fotografie unserer Zeit verstehen.

Anknüpfend an die jüngst in der Kunstmuseum Bochum gezeigten Ausstellung „Das Autonome Bild“, präsentieren wir mit „Light Painted Abstractions“ besondere und wegweisende Werke der Abstrakten Fotografie.

• Inge Dick, Österreich, geb. 1941,

wandte sich bereits in den 80er Jahren der Polaroid-Fotografie zu, in der sie das Verhältnis Licht und Zeit sichtbar werden ließ. Mit der Abbildung monochromer Flächen in bestimmten zeitlichen Abständen zeigt sie die Veränderungen des Lichts im Tagesverlauf. Ihre intensive Auseinandersetzung mit der Technik der Polaroids führte zu Arbeiten mit immer größeren Polaroid-Kameras, bis zur weltweit Größten mit einem Ergebnisformat von ca 100 x 200 cm,

• Luuk de Haan, Nierderlande, geb. 1964,

arbeitet als Fotograf und Zeichner in seinen Werkgruppen stringent an abstrakt- minimalistischen Bildern, welche zumeist durch Bewegung und Licht die Komposition abstrakter geometrische Formen hervorbringen, die sowohl Tiefe als auch Bewegung simulieren.

• Stefan Heyne, Deutschland, geb. 1965

der in Berlin lebende Künstler Stefan Heyne setzt sich Zeit seines fotografischen Schaffens mit der Abschaffung des gegenständlichen Motivs auseinander. Der konsequente und langjährige Diskurs mit Realität, Schärfe, Licht und Farbe, dokumentiert über vielzählige Werkgruppen und Publikationen, führte ihn zu seiner jüngsten Werkserie SEATS. großformatige, ineinanderlaufende Farbflächen, die immer wieder wie dichte Malerei erscheinen, dokumentieren tatsächlich eine uns bekannte Realität, welche selten und zumeist nur für einen kurzen Moment unserem Blicken geöffnet ist – das nahezu unendliche Farbspektrum über den Wolken, weshalb seine Bilder z.B. mit „Seat 7A“ betitelt sind und damit nüchtern den Ausgangspunkt der Kameraposition dokumentieren.

Inge Dick, rot, 1998, 19.02 Uhr, Polaroid, VG-Bildkunst Bonn 2016 courtesy Volker Diehl
Inge Dick, rot, 1998, 19.02 Uhr, Polaroid, VG-Bildkunst Bonn 2016 courtesy Volker Diehl
Stefan Heyne, SEAT 4K, VG-Bildkunst Bonn 2016
Stefan Heyne, SEAT 4K, VG-Bildkunst Bonn 2016
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