SH_Speaktome

In der zeitgenössischen Fotografie besetzt das Werk des Berliner Künstlers Stefan Heyne (*1965 in Brandenburg) eine unverwechselbare Position. Seine Arbeiten brechen radikal mit Konventionen und vertrauten Sehgewohnheiten des Mediums. Klassische Aspekte der Fotografie - Schärfe und Wiedererkennbarkeit - setzt er außer Kraft und macht damit den Weg frei, das Ungewisse zu erkunden. Heynes Bilder werfen Fragen nach dem Verhältnis von Optik und Rezeptionspsychologie, nach dem Erlernen von Lesbarkeit, dem Verhältnis zwischen Malerei und Fotografie - kurz: nach der Wahrnehmung des Bildes auf. Konsequent setzt er Unschärfe als Gestaltungsmittel ein und hinterfragt damit die Objekte seiner Bildproduktion. Nur schemenhaft taucht im Licht etwas auf, um in der angrenzenden Dunkelheit wieder zu verschwinden, die abgebildeten Gegenstände belässt Stefan Heyne im Unklaren, stattdessen wird die Leere sein zentrales Motiv.

Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von Bildern, die in den letzten vier Jahren entstanden. Sie sind die bisher radikalsten Abstraktionen, die sein Oeuvre hervorgebracht hat. Die meist großformatigen Arbeiten offenbaren, dass die Fotografie, ihrer etymologischen Bedeutung gemäß, eine "Malerei mit Licht" ist, befreit vom Glauben an die objektive Reproduzierbarkeit der Realität, wie sie dem mit aufklärerischem Denken behafteten Medium bis heute eingeschrieben ist.


SPEAK TO ME - Fotografien von Stefan Heyne
15. Januar - 18. März 2012
Eröffnung: Sonntag, 15. Januar 2012, 11.00 Uhr

KUNSTMUSEUM DIESELKRAFTWERK COTTBUS
Brandenburgische Kulturstiftung Cottbus
Uferstraße / Am Amtsteich 15
03046 Cottbus


Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Hatje Cantz Verlag:

Stefan Heyne. Speak to Me. Gespräch mit dem Künstler von Timothy Persons,
Texte von Hubertus von Amelunxen, Stefan Gronert, Karin Irvine, Maren Polte
Hatje Cantz Verlag, 2012, ISBN 978-3-7757-3277

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